Bereits ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beherbergte die Stadt Baden eine aufstrebende jüdische Gemeinde, die bis 1938 zur drittgrößten Österreichs heranwuchs. Ihre Geschichte ist eng verbunden mit dem Aufstieg Badens zum Weltkurort. Wenngleich dem jüdischen Leben der gesamten Region durch die Machtergreifung Hitlers ein jähes Ende bereitet wurde, so zählte Baden nach 1945 dennoch zu den wenigen Orten in Österreich, in denen sich wiederum eine kleine jüdische Gemeinde erneut etablieren konnte. Sie ist heute die einzige jüdische Gemeinde Nieder­österreichs.

Die Badener Synagoge wurden in den Jahren 1872/73 vom Badener Stadtbaumeister und späteren Bürgermeister Franz Breyer als Zentralsynagoge nach eigenen Plänen erbaut erweitert. Das Gebäude bestand im Wesentlichen aus einem stockhohen Saal mit seitlich und über dem Foyer angeordneten Galerien. 1938 wurde zwar die Innen-einrichtung devastiert, das Gebäude selbst blieb aber aufgrund der Nähe zur städtischen Feuerwache von Brandschatzungen verschont und wurde in weiterer Folge zweckentfremdet verwendet.

2004 bis 2005 konnte die große Synagoge schließlich aus Mitteln des Landes Niederösterreich, der Stadtgemeinde Baden und der Republik Österreich vollkommen renoviert und adaptiert werden. Mit dem Wiener Stadttempel ist die Badener Synagoge heute einer von nur zwei jüdischen Synagogalbauten aus der Zeit vor 1938, die in ihrer Substanz vollkommen erhalten sind und auch in ihrer ursprünglichen Verwendung stehen. Die Natursteinfassade der Synagoge bildet ein Mahnmal für die untergegangenen jüdischen Gemeinden Niederösterreichs.

Steckbrief

+43 2252/22 600 - 600
Grabengasse 14
A-2500 Baden ()

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