Die frühgotische Kirche "Maria am Leech" (= am Hügel) steht auf einem künstlich aufgeschütteten Rundhügel von 46 m Durchmesser. Die ehemalige Deutschordenskirche ist seit 1985 Universitätskirche.

Grabungen während der Restaurierung 1991 - 1994 legten Grundmauern des Vorgängerbaus frei; von diesem spätromanischen Bau hat man auch einen Block des Rundbogenfrieses gefunden. Die Kirche war der heiligen Kunigunde geweiht.

1202 gebaut und 1233 dem Deutschen Ritterorden übergeben, wurde sie um 1250 zerstört. Der Grundriss dieser Kirche mit 16 m Durchmesser und 1,80 m dicken Fundamentmauern ist jetzt im Boden eingraviert.

Weitere Grabungsfunde: Fundamente eines Rundbaues (um 1100 n. Chr.); Keltengrab aus der Hallstattzeit (7./6. Jhdt. v. Chr.), das Grab einer bedeutenden Persönlichkeit, das aber irgendwann geplündert worden war. Schon in der späten Urnenfelderzeit (9./8. Jhdt. v. Chr.) war hier eine Begräbnisstätte an der Stelle eines natürlichen Hügels (Grabfunde, mit Keramik).

Die helle Kirche (die Fensterfläche war größer als die Grundfläche) im Stil der Saintes-Chapelles wurde im Verlauf von etwa 40 jahren mit farbigen Glasfenstern versehen.

Hier zeigen sich verschiedene Stile: während zwei Fenster mit Mariendarstellungen im Rundbogen um 1300 hergestellt wurden (Südostfenster, oben Mitte), zeigen spätere weibliche Heiligenfiguren in höfischer Gewandung anmutigen gotischen Schwung. Wind- und Wetterschäden hatten 1500 viele Fensterscheiben zerstört, der Rest wurde dann in die vier Chorfenster zusammengelegt.

Der Deutschordens-Hauskomtur Mert Hulber (1502/07) ist als Stifter im hellblauen Kleid im Südostfenster rechts unten dargestellt. Die jetzige Anordnung der Fensterscheiben stammt aus dem vorigen Jahrhundert.

Steckbrief

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Zinzendorfgasse 2

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