Kultur-Highlights im Nationalpark Hohe Tauern

Seit 5.000 Jahren lebt der Mensch dauerhaft in den Talschaften der Hohen Tauern. Die Suche nach Erzen führte ihn einst hierher. Eine Besonderheit des Nationalparks Hohe Tauern ist, dass nicht nur reine Naturlandschaften sondern auch von Bauern geschaffene Kulturlandschaften im Schutzgebiet liegen. Eine außerordentliche Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen aber auch eine Fülle profaner und sakraler Kleinode bäuerlichen Daseins sind das Ergebnis dieser lang andauernden Symbiose zwischen wilder Natur und Kulturlandschaft.

Die Jagdhausalmen

Die ältesten Almen Österreichs liegen im hintersten Defereggental auf fast 2.000 Metern Höhe. Durch ihren eigentümlichen Baustil beeindruckend passen sie besonders gut in die karge Landschaft und man fühlt sich in ein Klein-Tibet im Herzen der Ostalpen versetzt.

Goldbergbau

Kein Gebiet der Hohen Tauern ist derart vom Bergbau geprägt wie das Rauriser Tal. Bereits in der Kelten- und Römerzeit wurde im heutigen Nationalparkgebiet nach Gold und Silber geschürft. Der eigentliche Goldrausch setzte aber erst Mitte des 15 Jahrhunderts ein. Über 100 Jahre zählte Rauris zu den wichtigsten Goldbergbauzentren Europas, in dem über 1000 Baue und Gruben entstanden. Durch die Konkurrenz aus der Neuen Welt, den Gletschervorstoß im 18. und 19. Jahrhundert und die schwierigen geologischen Verhältnisse wurde der Abbau in den hochliegenden Stollen jedoch unrentabel. Heute kann jeder Besucher sein Glück als Goldwäscher versuchen. So mancher soll sich schon ein Körnchen Tauerngold ersiebt haben.

Saumpfade und Tauernhäuser

Nicht um die Wasserfälle zu bestaunen kamen in früheren Jahrhunderten die Menschen nach Krimml. Ziel war vielmehr der Krimmler Tauern, ein alter Handelsweg, der den deutschen Raum mit Italien verband. Der Korntauern zwischen Mallnitz und Gasteinertal war in der Römerzeit der höchste befahrbare Alpenübergang. Auch im Mittelalter spielte der „Transithandel“ eine wichtige Rolle, jedoch nicht auf vier Rädern, sondern per Pferd und Säumer. Über die Saumpfade des Felber- und Fuschertauern wurden Salz, Metalle, Loden und Leder nach Süden sowie Wein, Gewürze und Öl nach Norden transportiert. Ein wichtiger Stützpunkt aus dieser Zeit waren die Tauernhäuser, die dem Handelsverkehr Schutz boten und in denen auch heute noch müde Wanderer verköstigt werden. Zu ihren Weiteren Aufgaben gehörten die Beherbergung von armen Reisenden, Hilfestellung bei Not und Gefahr und die Markierung und Instandhaltung der Wege.

Perchten

Der ewige Kampf des Guten mit dem Bösen, des Lichts mit der Finsternis, das Belohnen und Strafen kommt am eindrucksvollsten im Perchtenbrauchtum zum Ausdruck. Dieser Brauch aus heidnischer Zeit hat sich bis in die Gegenwart erhalten. In den "Rauhnächten" zieht Frau Percht, die sagenumwobene, mächtige germanische Göttergestalt, mit ihrem Heer über das Land und bringt Fruchtbarkeit und Segen für das kommende Jahr, belohnt die Fleißigen und bestraft die Faulen. Stets tritt Frau Percht in zweifacher Gestalt auf, als die schöne, glücksbringende, dann wieder als häßliche und strafende Erscheinung. Dieser Doppelcharakter kommt auch in den Schön- und Schiachperchten zum Ausdruck.
In den Hohen Tauern sind sie von Tal zu Tal etwas verschieden. Zu den Schönperchten zählen die Spiegelperchten und die Tresterer. Als eine eigene Form der Schiachperchten haben sich im Rauriser Tal die Schnabelperchten erhalten. Bei den großen Perchtenzügen in Gastein ziehen farbenprächtige Schön- und Schiachperchten von Hof zu Hof, um den Bewohnern Glück und Segen für das kommende Jahr zu wünschen.

Wunderwelt Glocknerwiesen

Die Glocknerwiesen, direkt an der Großglockner Hochalpenstraße gelegen, sind sowohl ein besonderes kulturhistorisches als auch naturkundliches Erbe im Kärntner Anteil des Nationalpark.

In früheren Zeiten wurden viele Bergwiesen auf der Südseite der Hohen Tauern von den Bergbauern gemäht. Selbst die steilsten Hänge wurden so genutzt, da das Almheu als Winterfutter für das Vieh in den Ställen benötigt wurde. Im lauf der Jahrhunderte dieser naturnahen Form der Bewirtschaftung haben sich Lebensräume entwickelt, die zu den artenreichsten Österreichs zählen.

Noch heute werden große Flächen auf den steilen Glocknerwiesen mit der Sense gemäht. Deshalb und wegen des besonderen Klimas findet man hier noch heute eine nachezu unvergleichliche Artenvielfalt in der Pflanzenwelt: bhisher konnten hier 180 verschiedene Pflanzenarten nachgewiesen werden, von denen 37 Arten besonders geschützt werden.

Steckbrief

Nationalpark Hohe Tauern (6 Angebote & Ideen)
A- (T)

- frei
ganzjährig
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