Die Kalkbrenner in Unterkohlstätten

Vor sehr langer Zeit nützten einige Bauern das Kalkgesteinvorkommen rund um Unterkohlstätten um den alten wertvollen Baustoff „Kalk“ herzustellen. Vorwiegend in der Ried Steinwandriegel wurden Steine aus der Felswand gebrochen, dieser Kalkstein war das Ausgangmaterial für die Kalkbrennerei.

Der Kalkofen...

...war aus Ziegel gemauert und zum Teil in die Erde hineingebaut. Die Kalksteine wurden zylinderförmig im Kalkofen aufgeschlichtet. Für eine Füllung waren ca. 5000kg Steine notwendig. Der Ofen musste auf 1100 °C aufgeheizt werden. Bei einem Brennvorgang wurden ca. 10 Raummeter Holz verheizt.

Erst nach ca. 32-36 Stunden Brenndauer war der Branntkalk (Stückkalk) fertig. Diese Branntkalkstücke wurden früher mit Pferdefuhrwerken auf die Baustelle gebracht. Die Kalkstücke wurden durch die Zugabe von Wasser erst gebrauchsfertig gemacht. In den 50er Jahren wurde der Stückkalk vom industriegefertigten Staubkalk verdrängt.

Die Kalköfen sind inzwischen verfallen und von der Natur überwuchert. Um das Gewerbe des Kalkbrennens in unser Region vor dem Vergessen zu bewahren haben wir im Jahr 2002 einen neuen Kalkofen errichtet. Sie können sich hier anhand von Schautafeln überzeugen, wie die Menschen früher mit einfachen Hilfsmitteln und durch chemische Vorgänge aus Naturstein den so begehrten Branntkalk erzeugt haben. Früherer Anwendungsbereich: Beim Hausbau zur Herstellung des Mörtels. Als Löschkalk zum Weißen der Wände. Für die Getreidebeize.
 
Öffnungszeiten: Ganzjährig – tagsüber


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