Das Österreichische Jüdische Museum

Das Österreichische Jüdische Museum hatte das große Glück, sich in einem historischen Gebäude der ehemaligen Judengasse von Eisenstadt einrichten zu können. Es befindet sich somit an einem Ort, an dem mehr als 250 Jahre lang eine namhafte jüdische Gemeinde angesiedelt war. Das Museum wurde schon 1972 als erstes jüdisches Museum in Österreich nach 1945 gegründet.

Bei einem Besuch können Sie nicht nur die ehemalige private Synagoge und die Sammlungen des Museums besichtigen, sondern auch einen Eindruck der alten ›Judenhäuseln‹ sowie der beiden jüdischen Friedhöfe gewinnen.

Die beiden hebräischen Buchstaben im Logo der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Eisenstadt, das A(lef) = א und das SCH(in) = ש, von rechts nach links gelesen, stehen von alters her für die Abkürzung E(isen)S(tadt).

Die Ausstellung

Die ehemalige private Synagoge
Sie war von Anfang an Bestandteil des ›Wertheimer'schen Freihauses‹, welches 1696 erstmals von Fürst Paul Esterházy als ›das Haus, wo die Synagog ist‹ bezeichnet wurde. Bis 1840 hatte die ›Wertheimer'sche Schul‹, wie die Synagoge früher genannt wurde, sogar einen eigenen Rabbiner. Samson Wertheimers darf als Juwel des Hauses und des Museums bezeichnet werden.

Diese kleine Synagoge gehört zu den wenigen im deutschen Sprachraum, die weder der sogenannten Reichskristallnacht im November 1938 noch der Zeit danach zum Opfer fielen. Bald nach der Gründung des Vereins ›Österreichisches Jüdisches Museum in Eisenstadt‹ wurde das Haus einschließlich der Synagoge renoviert. Am 13. Juni 1979 wurde die Synagoge durch den damaligen Wiener Oberrabbiner Dr. Bela Akiba Eisenberg eingeweiht.

Die Synagoge befindet sich im 1. Stock des Wertheimerhauses und ist im Rahmen eines Museumsbesuches zugänglich.

Die ständige Ausstellung
wurde 1992 im Zuge des Generalumbaus des Museums nach modernen museumspädagogischen Erkenntnissen geschaffen. Nach dem Besuch der Synagoge bietet der Rundgang im ersten Stock einen übersichtlichen Einblick in die jüdischen Feste und Lebensabschnitte. Die ständige Ausstellung illustriert aber auch insbesondere die Reichhaltigkeit der jüdischen Geschichte und der Geschichte der Juden im Burgenland.

Eingebettet in den Ablauf des Privat- und Gemeindelebens ist das eng mit dem religiösen und nationalen Gedenken verbundene jüdische Lernen und die jüdische Gelehrsamkeit. Fotografien und Dokumente der berühmtesten Rabbiner erinnern an die große Bedeutung des burgenländischen Judentums.

Die Bibliothek des Museums
umfasst mittlerweile etwa 10.000 Bände und ist auf zwei Standorte im Haus verteilt. In die Dauerausstellung integriert ist die Abteilung der Bibliothek mit Büchern aus dem 18. Jahrhundert. Ebenfalls im Rahmen eines Ausstellungsbesuchs zugänglich ist die große und gut beschriftete Sammlung von Faksimile-Ausgaben berühmter Gebetbücher und Lexikon" lang="he">Pesach-Haggadot. Den Schwerpunkt der Bibliothek bilden Lexikon, Eintrag 'Rabbiner'">Rabbinica und eine große und bedeutende Sammlung Lexikon">jiddischer Literatur.

Die Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek und während der Besuchszeiten des Museums gegen Voranmeldung benützbar.

Im Erdgeschoß des Museums befindet sich das Uriel Birnbaum Auditorium, das vor allem für Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte genutzt wird.

Uriel Birnbaum wurde 1894 als jüngster Sohn von Nathan Birnbaum, dem Schöpfer des Wortes ›Zionismus‹, in Wien geboren. Bereits mit 11 Jahren zeichnete UrielUrielAmersfoort, Niederlande. Birnbaum erste Karikaturen, mit 13 Jahren entstanden erste literarische Werke. Ausstellungen in Wien und Stockholm waren ausgesprochen erfolgreich. Es entstanden zahlreiche literarische und darstellende Werke wie die Zyklen ›Der Kaiser und der Architekt‹ und ›Moses‹ als Glanzpunkte seines Schaffens. Birnbaum starb 1956 in.

Öffnungszeiten

Das Österreichische Jüdische Museum ist für EinzelbesucherInnen von Mai bis Oktober, für Gruppen (ab 10 Personen sowie Schulgruppen) gegen Voranmeldung ganzjährig geöffnet.

02. Mai 2007 - 26. Oktober 2007:
Dienstag - Sonntag 10 - 17 Uhr
(Einlass bis 16:15 Uhr).
Montag: geschlossen

27. Oktober 2006 - 01. Mai 2007 und
27. Oktober 2007 - 01. Mai 2008:

Für Gruppen gegen Voranmeldung:
Montag - Donnerstag 09 - 16 Uhr und Freitag 09 - 13 Uhr.

Bitte beachten Sie:
Das Museum ist von 18. Dezember 2007 bis 06. Jänner 2008 geschlossen.

Eintrittspreise

Die Eintrittskarten gelten für alle öffentlich zugänglichen Bereiche des Museums, also Synagoge, Dauerausstellung, Bibliothek und Uriel Birnbaum Auditorium.

Für Gruppen ab 10 Personen bieten wir gerne Führungen an, sowohl für das Museum als auch für das jüdische Viertel mit den beiden jüdischen Friedhöfen.
Um eine Führung in Anspruch zu nehmen, ersuchen wir Sie um Anmeldung mindestens 14 Tage vor dem gewünschten Termin. Sie können den Termin per Telefon, Fax oder E–Mail vereinbaren.

Eintritt: 3,70 EUR
Ermäßigter Eintritt: 2,90 EUR
Familienkarte: Eltern und/oder Begleitpersonen erhalten ermäßigten Eintritt, Kinder zahlen keinen Eintritt.
Gruppen (ab 10 Personen): 1,90 EUR
Schulgruppen: 1,10 EUR (inklusive Führung).
Begleitpersonen und/oder LehrerInnen zahlen keinen Eintritt.
Führungspauschale: Pro Gruppe und Stunde 32,70 EUR
Begleitpersonen und/oder ReiseleiterInnen zahlen keinen Eintritt. Für Schulgruppen ist die Führung gratis. Führungen müssen mindestens 14 Tage vor dem gewünschten Termin reserviert werden.

Ab Herbst 2005 bieten wir für Gruppen Führungen in Österreichischer Gebärdensprache an. Wir bitten um Anmeldung mindestens 3 Wochen vor dem gewünschten Termin.

Steckbrief

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Unterbergstraße 6

EUR 3,70
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