Bei den Köhlern in Oberkohlstätten

Die Köhlerei ist ein sehr altes Handwerk, das bereits in die Eisenzeit (etwa 1000 bis 500 Jahre v. Chr.) zurückreicht. Schon damals wurde mit Hilfe der gewonnen Holzkohle das Eisenerz geschmolzen. Neben den Eisengießereien wurde vor allem in den Glashütten, den Hufschmieden, sowie in den Ziegeleien und für die Herstellung von Schwarzpulver, Holzkohle benötigt.

Mit der zunehmenden Technisierung Mitte des 20. Jhdt´s wurde die Nachfrage nach Holzkohle so gering, dass das alte Gewerbe in unserer Gegend ausgestorben ist. In Oberkohlstätten wurde im Jahre 1938 der letzte Kohlenmeiler errichtet. Heute verwendet man Holzkohle nur mehr zum Grillen bei Festen und privaten Gartenpartys, welche in Baumärkten bequem gekauft werden kann. Um diese alte Tradition wieder zu beleben, wurde im Oktober 2002 wieder ein Kohlenmeiler in Oberkohlstätten errichtet und Holzkohle erzeugt. Ebenfalls wurde ein Schaumeiler und eine Köhlerhütte errichtet, und auf Schautafeln kann man anhand von Fotos den Werdegang vom Holz zur Holzkohle genau verfolgen.

Der Kohlenmeiler

Auf einem möglichst ebenen Platz (es wurde der alte Meilerplatz von 1938 genommen) wurde das zu verkohlende Holz (ca. 20 rm Rotbuche) aufgeschichtet. Damit möglichst wenig Hohlräume verbleiben, muss das Kohlholz sorgfältig aufgeschichtet werden. Danach deckt der Köhler den Holzhügel sorgfältig mit Stroh, Fichtenreisig und nicht zu trockener Erde ab. Dann wird der Meiler entzündet. An der Farbe und am Geruch des aus dem Meiler entweichenden Rauches erkennt der Köhler den ordnungsgemäßen Verlauf der Holzverkohlung. Je nach Holzart und Menge dauert der Schwelprozess zwei bis drei Wochen. Während dieser Zeit muss der Köhler Tag und Nacht bei seinem Meiler sein. Hierzu befindet sich in unmittelbarer Meilernähe eine Köhlerhütte, als Unterkunft für den Köhler. Nach dem Ablöschen des Meilergutes erfolgt die „Ernte“ – auf Grund der unausbleiblichen Staubentwicklung eine nicht besonders angenehme Tätigkeit, das Ausbringen und Einsacken der Holzkohle.
 
Öffnungszeiten: 1. März bis 30. Oktober 2003 – tagsüber / freier Eintritt

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