Wiens ältester Barockgarten gehört zu den bedeutenden Grünanlagen Österreichs. Er wurde durch Kaiser Ferdinand III. im Jahr 1650 errichtet und 1712 im Auftrag von Kaiser Karl VI. durch Jean Trehet in seiner heutigen Form auf 52,2 ha gestaltet. 1775 wurde der Augarten durch Kaiser Joseph II. für die Bevölkerung geöffnet. Unter Joseph erlebte der Augarten auch seine Blütezeit und nahm einen schillernden Platz im gesellschaftlichen und kulturellen Leben Wiens ein. Mozart, Beethoven, Schubert, Strauß, Lanner u.a. wirkten als Komponisten oder Kapellmeister bei Konzerten im Augarten.

Heute ist der Park stark frequentierter öffentlicher Grünraum für die Wohnbevölkerung des 2. und 20. Bezirks sowie Sitz und Wirkungsbereich vielfältiger Kulturinstitutionen (Augarten Contemporary / vorm. Atelier Augarten, Wiener Sängerknaben, Porzellanmanufaktur Augarten, Filmarchiv Austria,  Aktionsradius Wien, Bunkerei Augarten, Kino unter Sternen, Kirche Muttergottes im Augarten u.a.).

Sehenswertes

Der Augarten hat eine Vielfalt an sehenswerten „Schätzen“ aus Geschichte und Kultur anzubieten:

Das Schloss Augarten, das Augartenpalais und das Joseph-Stöckl, die als ehemalige Kaiserresidenzen auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken und interessante Geschichten über Blütezeit, Zerstörung und Wiederaufbau erzählen können, sind heute Sitz und Wirkungsbereich der Wiener Porzellan-Manufaktur bzw. der Wiener Sängerknaben.

Ein Kulturstandort im Augarten ist das Augarten Contemporary (vorm. Atelier Augarten) mit Skulpturengarten. Das ehemalige Atelier und Wohnhaus des Bildhauers Gustinus Ambrosi ist heute Zentrum für zeitgenössische Kunst der Österreichischen Galerie Belvedere und als solches seit 2001 im Augarten beheimatet.

Das Filmarchiv Austria ist die zentrale Sammel- und Dokumentationsstelle für den Film. Das Haus für das audiovisuelle Kulturerbe Österreichs wird auch gerne als „Nationalbibliothek“ für das Medium Film bezeichnet. Im angeschlossenen Garten findet jeden Sommer das vom Filmarchiv Austria veranstaltete Sommerkino statt.

Aus der jüngeren Geschichte stammt die Pfarrkirche Muttergottes im Augarten, ein Gotteshaus der Nachkriegszeit, das Ende 1948 nach nur 3-monatiger Bauzeit errichtet wurde. Aus der Notkirche wurde eine Kirche der Notzeit und erinnert heute gerade durch die Gestaltung des Innenraums daran, dass Gottes Zelt zu aller Zeit Schutz bietet und er die Kirche gleich einem Schiff sicher durch stürmische Zeiten leitet.

Der Aktionsradius Wien, vormals Aktionsradius Augarten, ist seit 1990 eine aktive Kraft der kulturellen und urbanen Entwicklung des Augartens. Aus einem "Arbeitskreis" engagierter BewohnerInnen entstanden und seit 1992 als Kulturverein organisiert, hat der Aktionsradius in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl an Kulturprojekten im Augarten realisiert: Feste der Völker, Klassik Picknick, AugartenStadt.KiRtag, Mozart Openairs, Klassikmatineén, Morgenkonzerte, Weltmusikreihen, Parkführungen u.v.m.

Seit 2005 wird der Park durch das Kulturzentrum Bunkerei Augarten bereichert. Aus einem ehemaligen Flachbunker, der in den Jahren 1942/43 im Augarten als sogenannter "Schutzbunker“ für Bombenangriffe errichtet wurde, wurde die Bunkerei Augarten, ein spannender Kulturort für Musik, Kunstprojekte und kulturelle Veranstaltungen, in Verbindung mit einem der schönsten Gastgärten Wiens – mitten im Augarten.

Die beiden Flaktürme im Augarten, als letztes Paar der insgesamt sechs Betonriesen in Wien, 1943 errichtet, erinnern an das wohl traurigste Kapitel in der Geschichte des Augartens.

Die Gedenkstätte Karajangasse, 1999 initiiert durch den Aktionsradius Augarten und dem BRG XX, beherbergt die  Dauer-Ausstellung „Die verlorene Insel. Als Schulen zu Gefängnissen wurden ...“ und erinnert im Keller des heutigen Gymnasiums Brigittenau an das ehemalige Anhaltelager der Gestapo, das für viele Wiener Juden Zwischenstation auf dem Weg in die Konzentrationslager war.

Steckbrief

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Augarten

Parköffnungszeiten:
Öffnung: 6:30 Uhr (01.11 - 31.03)
Schließung: 17:30 Uhr (28.10 - 24.02)
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