Das Amethystvorkommen
Amethyst – wer einmal begonnen hat, kann sich seiner Faszination nicht mehr entziehen. Schon seit Jahrhunderten ist solcherart gefärbtes Material hoch begehrt, bis ins Hochmittelalter galt der Amethyst sogar als wertvollster Stein überhaupt!
Eine echte Rarität sind die so genannten „Gang- oder Bänder-Amethyste“, zu denen auch der 1845 entdeckte Maissauer Amethyst gehört. Die Entstehung des Maissauer Amethyst vollzog sich vor etwa 280 Millionen Jahren in der Tiefe eines Urgebirges. Viele Kilometer unter der Oberfläche setzten sich an den Wänden einer riesigen Kluftspalte mehrere Schichten Quarzkristalle ab. Das Muttergestein dieser Quarze, der Maissauer Granit, weist eine Besonderheit auf: er enthält radioaktive Partikel, die ionisierende Strahlung aussenden. Diese Strahlung bewirkte im Zusammenspiel mit den Spurenelementen der Quarze eine unterschiedliche Färbung der Quarzschichten, was im Lauf vieler Jahrmillionen das charakteristische Zackenmuster im Maissauer Amethyst entstehen ließ.
Die besondere Qualität und Faszination dieses Vorkommens macht aber aus, dass bis auf wenige Ausnahmen hier fast alle Vertreter der Quarz-Familie anzutreffen sind: wasserhelle Bergkristalle, graubraune Rauchquarze, schwarze Morione oder blutrot gefärbte Eisenkiesel, sogar der begehrte Jaspis tritt in unzähligen Farbschattierungen auf.